Ein graunasser Tag im Jahre 9 nach Christus. Es gießt wie aus Eimern. Müde schleppt sich ein riesiges römisches Heer durch enge Pfade im Teutoburger Wald. Viele Soldaten rutschen auf dem schlammigen Boden aus. Plötzlich ein Pfeilhagel. Aus dem Unterholz brechen bärtige Männer mit Schwertern, Äxten und Keulen hervor und stürzen sich auf die völlig überraschten Römer. Dann ziehen sich die Germanen blitzschnell zurück, wenige Kilometer weiter ein neuer tödlicher Angriff. Guerillataktik. Die römischen Legionäre in ihren schweren Rüstungen haben kaum eine Chance. Drei Tage dauert die blutige Schlacht, fast alle der rund 15000 römischen Soldaten sterben. Ein großer Sieg für die vereinten germanischen Stämme unter Führung eines Mannes namens Hermann aus dem Stamm der Cherusker. Auf Lateinisch heißt er Arminius. Er spricht auch Latein, schließlich hat er in Rom mehrere Jahre als Offizier gelebt. .
Es ist in jener Zeit üblich, dass germanische Stammesführer, die von den Römern unterworfen wurden, ihre Söhne in Rom zu militärischen Führern ausbilden lassen. Das ist eine Art Bündnissystem. Auch viele andere Germanen dienen in der römischen Armee als Soldaten.
Viele Gebiete in dem Raum, der später einmal Deutschland heißen wird, stehen unter römischer Herrschaft. Die Germanen gelten als Untertanen und sollen plötzlich Steuern zahlen. Solcherart Abgaben kennen sie aber genauso wenig wie das römische Rechtssystem. Kein Wunder, dass die Germanen verärgert sind und sich gegen die Fremdherrschaft auflehnen. Ihre Wut ist besonders groß, weil der römische Statthalter und Feldherr Varus die Abgaben mit aller Härte durchsetzt. Als Hermann aus Rom in seine Heimat zurückkehrt, erkennt er die explosive Stimmung. ...
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Schwerbewaffnet, den grimmigen Blick in weite Ferne gerichtet, verabschiedet sich Hermann von seiner Frau Thusnelda. Gemälde von Johannes Gehrts (1884)
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